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Vater es für unnöthig hielt, ihn nach der Universität zu schi-cken, sondern ihn gleich nach Middle - Temple brachte, um dort die Rechte studieren, was nur bei jungen Männern von ausgezeichneten - Talenten zu geschehen pflegt. Die gesringen Einkünfte des Vaters er genofs zur Belohnung für seine literarischen Arbeiten seit 1762 eine jährliche Pension von 200 l. erlaubten ihm nicht, seinem Sohn viel zum Unterhalt zu geben; dieser musste daher durch schriftstellerische Arbeiten den Ausfall in seinen Finanzen zu decken su-chen. Um diese Zeit wurde unser Sheridan mit Miss Linley, einer vorzüglichen Schauspielerinn am Drury-Lane Theater, bekannt. Er verliebte sich in się, und gelangte nach vielen Schwierigkeiten, und nachdem er ihretwegen mehrere Male einen Zweikamnf gehabt hatte, endlich zu ihrem Besitze. Nach der Heiran trat Mrs. Sheridan nicht mehr die Bühne. Man machte ihr, als einer beliebten Schauspielerinn, die vortheilhaftesten Anträge; ja die Direktoren des Pantheons boten ihr 1000 l. für zwölf Vorstellungen, und die Einkünfte einer Benefiz-Vorstellung, welche auch auf 1000 l. angeschlagen werden konnten. Sie blieb indessen standhaft bei ihrem einmal gefassten Entschlusse, und theilte lieber mit ihrem Gatten die kleinen Summen, welche dieser durch literärische Arbeiten ge

Sheridan, dem die Sorge für eine Familie oblag, musste jetzt thätiger als jemals sein. Er schrieb um diese Zeit

-schon früher 1771 war von ihm eine Übersetzung der Briefe des Aristänetus erschienen the Rivals, ein Stück, welches :1775 gegeben, und von Kennern' als ein vielversprechender

Versuch eines jungen fünf und zwanzigjährigen Mannes angesehen wurde. Es gefiel dem grössern Publikum erst, nachdem der Verfasser verschiedene wesentliche Veränderungen mit demselben vorgenommen hatte. Sein nächstes Produkt war: St. Patrick's Day, or the scheming Lieutenart, eine in 48 Stunden verfertigte Farze, aufgeführt in eben dem Juhre. Diesem folgte eine komische Oper: the Duenna, die mit noch grösserm Beifall als Gray's Beggar's Opera aufgenommen, und 75mal nach der Reihe gegeben wurde. Durch diesen glücklichen Erfolg waren Sheridun's häusliche Umstände sehr perbessert worden. Als Garrick die Direktion des Drury- Lane Theaters aufgab, kaufte Sheridan 1776 mit zwei andern dasselbe an sich ; sein Drittheil kostete ihn 30,000 ). Nun hatte er noch mehr Veranlassung, seine theatralischen Talente zu kultiviren. Er schrieb the Trip of Scarborough, aufgeführt 1777, und

wann.

dann das berühmte Stück: the School for Scandal, welches noch immer zu den Zierden der Englischen Bühne gehört, und auch auf Deutschen Theatern mit Beifall gegeben wird (in das Deutsche übersetzt von Leonhardi, Berlin 1782). In England wurde es zum ersten Male den Sten Mai 1777 aufgeführt. Diesem folgte the Camp, und the Critic, von denen letzterem insonderheit vieler Beifall zu Theil ward. Der Tod des Brittischen Roscius (1779) gab ihm Veranlassung zu seiner Monody to the

memory of Mr. Garrick, welche auf dem Drury-Lane Theater ! gesprochen wurde. An Zeitschriften gab er heraus the Eng

lisbman (1777 und 1778) und the Jesuit (1782 und 1783.). Obgleich Sheridan gute Einkünfte hatte, so befand er sich öfters, weil seine Haushaltung nicht sehr ordentlich geführt wurde, in Verlegenheit, und dies bewog ihn, sich auf seines Freundes Fox Veranlassung, um eine Stelle im Unterhause zu bewerben. Nach vielen Schwierigkeiten ward er Repräsentant für Stafford (um 1780), und sogleich ein heftiges Mitglied der Opposition. Unter Rockingham's Ministerium ward er Under Secretary to Mr. Fox, welcher damals Staatssekretär der auswärtigen Angelegenheiten war. Im Jahre 1783 war er Secretary of the Treasury; aber er zeichnete sich in diesem, so wie in dem vorigen Posten, welche beide er etwan nur ein Jahr bekleideté, nicht sehr durch Aufmerksamkeit und Pünktlichkeit aus. Bis zu dem zuletzt angeführten Jahre spielte er auch im Parliament nur eine Nebenrolle; nun aber begann er sich durch seine Beredsamkeit so hervorzuthun, dass man ihm, in dieser Rücksicht, ohne Bedenken eine Stelle neben Birke und Fo x einräumte. Er sprach mit Einsicht für Fox's East-India Bill; man bewunderte 1985 seine Rede über Pitt's Perfumery-Bill, vorzüglich aber bewies er sich bei Hasting's Verhör als einen der vorzüg"lichsten Brittischen Parliamentsredner. Seine im Junius 1788 über die Verhaftnehmung der Prinzessinnen von Oude und über die Entwendung der Schätze derselben gehaltene Rede machte eine unglaubliche Sensatinn, und gehört zu den glänzendsten rednerischen Produkten, die irgend eine Nation aufweisen kann. It is difficult, (sagt bei Gelegenheit dieser Rede der Verfasser seiner Biographie in den Public Characters of 1799 1800, woraus gegenwärtige biographische Skizze entlehnt ist), to se

any part of it as the subject af peculiar encomium. The address with which he arranged his materials;' the art and force with which he anticipated objections; the unexampled ingenuity with which he commented on the evidence, and

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the natural boldness of his imagery, are equally entitled to panegyric. He combined the three kinds of eloquence. He was clear and unadorned

- diffuse and pathetic animated and vehement. There was nothing superfluous -20 affected turn no glittering point - no false sublimity. Compassion and indignation were alternately excited, and the wonderous effects related of the eloquence of Greece and Rome were almost revived.

Auch Burke ertheilte dem Redner öffentliches Lob. Als die, von den bedenklichen Gesundheitsumständen des Königs veranlasste Krisis eintrat, ergriff Sheridan die Partei des Prinzen von Wallis, mit welchem er seitdem auch immer verbunden blieb. Nachmals hat er sich, wie bekannt, stets als ein eifriges Oppositionsmitglied bewiesen, und während Fox's Entfernung, die erste Stelle in der Opposition behauptet. In dieser Qualität hat auch er auf eine Parliaments-Reform gedrungen, und sich immer als einen Vertheidiger der Pressfreiheit und religió sen Toleranz bewiesen. Anfänglich war er auch ein enthusiastischer Freund der Französischen Rovolution; allein er änderte seine Meinung über dieselbe, als jene grosse Weltbegebenheit eine so ganz andere Wendung, als man bei ihrer ersten Entwickelung zu ahnen sich veranlasst fand, zu nehmen anfing. Seit Pitt's Tode hat er eine Zeitlang die Stelle eines Zahlmeisters der Seemacht bekleidet. Im Jahre 1792 starb seine Gattinn; 1795 vermählte er sich wieder mit einer Miss Ogle. Durch die Bearbeitung des Kotzebueschen Trauerspiels Rolla's Tod, worüber man in der Allgemeinen Literatur-Zeitung vom Jahre 1800, Nru. 300. eine gründliche Beurtheilung lesen kann, söhnte er sich wiederum einigermassen mit dem Hofe und dem Ministerium aus, wofür es denn nicht an Angriffen mancherlei Art und Karrikaturen fehlte, deren eine auch durch das Journal London und Paris in Deutschland bekannt geworden ist. Im Englischen führt jenes Trauerspiel den Titel: Pizarro, a Tragedy, in five acts, taken of the German Drama of Kotzebue aud adapted to the English stage by R. B. Sheridan. Er starb den 7ten Julius 1816 zu London an völliger Magenschwäche in so dürftigen Umständen, dass er wenige Wochen vor seinem Ende nach dem Gefängnisse würde gebracht worden sein, hätten sich nicht zwei ausgezeichnete Ärzte Baillie und. Bain ins Mittel gelegt. Er hinterlässt zwei Söhne. Sein Leichnam wurde in der Westminster-Abtey neben den Grabmälern von Shakespeare, Händel und

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Goldsmith beigesetzt. Sheridan war in seinen Privatvers hältnissen einer der unterhaltendsten und lehrreichsten Gesellschafter. Seine Unterredung war reich an humoristischen Einfällen und witzigen Bemerkungen, und verrieth einen Mann von mannigfaltigen Kenntnissen. Vorzüglich bewundert man seine Kenntniss des menschlichen Herzens. Als Redner zeichnete er sich durch eine starke und deutliche Stimme aus; nur war seine Deklamation zuweilen übereilt, und seine Gestikula. tion nachlässig. An witzigen Einfällen fehlt es auch in sein nen Parliamentsreden nicht, und dadurch insonderheit wehrte er die Angriffe ab, die man anfänglich auf ihn wegen seines ehemaligen Standes machte. Ein Englisches Blatt hielt ihm folgende Standrede: Ihm war jede Art geistiger Vortrefflichkeit beschieden; omne genus tetigit nullum tetigit quod non ornavit. Vierzig Jahre sind fast verflossen, seitdem er als dramatischer Schriftsteller mit der Lästerschule auf

trat, und noch ist diese von keiner Comödie übertroffen. Weli ches Stück kommt seinem Kritiker gleich ? Als Dichter, ' welcher hat etwas Besseres als die Monody auf Garriks

Tod geliefert? Wer hat ihn (ausser Pitt und Burke) als

Redner überglänzt? Er zeigte Nachdruck ohne Grobheit; Leb· haftigkeit ohne Frivolität; war kühn in seinen Angriffen, aber

geschickt; wurde selten zur Ordnung gerufen, und wenn es geschah, zog er sich mit Anstand zurück. Oft streng, noch öfter witzig, fröhlich und anmuthig; auseinander wickelnd, was verwirrt, belebend, was matt war; klar in der Anordnung, verständlich in der Entwickelung seiner Ansichten, blitzte er mit Lichtströmen auf seine Zuhörer. Wenn kein anderer Sprecher mehr gehört wurde, konnte er noch die Glieder des Parlia. ments an ihre Sitze fesseln, alle hangend an seinem Munde und in Bewunderung und Vergnügen versenkt. Er ermüdete nie; mehr als irgend Jemand konnte er sich nach allen Gemüthern und Fassungskräften bequemen, konnte vom Ernsten zum Fröhlichen, vom Lebhaften zum Strengen übergehn. Jede RednerEigenschaft war in ihm vereinigt, der Geist das Auge, bem weglich, glänzend durchdringend, unvergleichlich ausdrucksvoll die Stellung

die Gebehrde die Stimme. Pitt hatte mehr Würde, mehr Fülle, mehr Beissendes, mehr Sar

Doch an Reichthum der Bilder stand er unter Shefridan, der hierin vielleicht keinen über sich hatte, als Burke.

Er war weniger mächtig und gebietend im Beweisen als Fox, aber sonst hatte Fox nichts vor ihm voraus. Als Redner dür

casmen.

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fen wir ihn nach Pitt' und Burke stellen. - Er war ein feuriger, stets sich gleich bleibender, aufrichtiger Freund der Pressfreiheit. Er gehörte nicht zu jenen, welche die Furcht vor ihrer Macht in die Besorgniss wegen ihres Missbrauches kleiden; er wusste, dass jede grosse Institution ihre Mängel habe. . Vom politischen Leben war er lange abgezogen + doch

diesen Punkt berühren wir ungern.“ Von seinen poetischen | Werken wird im 2ten Theile dieses Handbuchs die Rede seyn.

Hier erwähnen wir, dafs die vollständige Sammlung seiner Parliamentsreden unter dem Titel: Speeches of the last right honourable Richard Brinsley Sheridan, edited by a constitutional friend, London 1816 in 5 Bänden erschienen ist. Der letzte Band enthält zugleich Memoirs of the late right honourable Richard Brinsley Sheridan. Wir haben bereits oben einiger seiner wichtigern Reden gedacht. Zu denselben gehört auch die, welche er am Sten December 1802 im Unterhause hielt und wovon in wenigen Tagen die erste Auflage vergriffen wurde. Sie führt den Titel: The Speech of R. B. Sheridan in the House of Commons on the motion for the army establishment, (London, Stockdale) und ist eine der witzigsten dieses berühmten Redners. In der vorgedachten Ausgabe der Reden Sheridans nimmt sie die zogte bis 226ste Seite des 5ten Bandes ein. Sie erfolgt hier, mit Weglassung des Anfangs und einiger wenigen anderen Zeilen in ihrer ganzen Länge. Als Einleitung zu ihren Verständnisse können wir nichts Zweckmässigeres mittheilen, als was hierüber nach Waikin's Memoirs of the public and private life of Sheridan, 2 Vols. London 1817. 4. und andern Quellen von dem Herrn Bibliothekar Spiker in dem 6ten Bande der Zeitgenossen, unter dem Artikel : Richard Brinsley Sheridan S. 177. gesagt worden ist. Wie voreilig, heisst es daselbst, man bei dem Abschlusse des Friedens zu Amiens zu Werke gegangen, zeigte sich schon kurz nach demselben. Kaum hatte nämlich das Parliament seine Glückwünsche über die Einstellung der Feindseligkeiten abzustatten Gelegenheit gehabt, als es bereits wieder aufgefordert ward, für die Herbeischaffung der nöthigen Mittel zur Vertheidigung des Landes gegen die erneuerten Angriffe des Peindes zu sorgen. Bonaparte war es indessen nicht geglückt, allen Mitgliedern der Opposition die vortheilhafte Meinung von sich einzuflössen, welche er Herrn Fox beigebracht hätte. Während dieser sich zu Páris von dem ersten Consul durch leere Floskeln und Schmeicheleien bethören, und verleiten liefs, den Versiche

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