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Theil erschien, und alla Kenner liefsen dem Verfasser Gerechtigkeit wiederfahren; insonderheit beehrten Robertson und Hume denselben mit ihrem Beifall. Gibbon war um diese Zeit Mitglied des Parliaments geworden, in welchem damals gerade die wichtigen Debatten über den Kampf zwischen England und Amerika vorfielen; dies, und eine Reise, die er auf Necker's und dessen Gattinn Einladung, in deren Hause er sehr freundschaftlich aufgenommen wurde, nach Paris unternahm, verzögerten die Vollendung des Werks, und es verflossen zwei Jahre nach der Bekanntmachung des ersten Bandes, ehe der zweite, und wiederum einige Jahre, bevor der dritte Band erschien. Letzterer geht bis zu dem anfänglich von ihm gesteckten Ziel, nämlich bis zum Untergang des Weströmischen Reichs; er entschloss sich indessen dieses Werk bis zum Untergang des morgenländischen Kaiserthums fortzusetzen. Da ihm aber der Aufenthalt in der Hauptstadt zu kostspielig wurde, und er sich in seinen Hoffnungen, ein Amt zu erhalten, welches, ohne ihm viel Zeit zu rauben, seine Einkünfte verbesserte, getäuscht sah, so begab er sich zu seinem Freunde Deyverdun nach Lausanne. Hier vollendete er, ein Jahr nach der Bekanntmachung des dritten Bandes, den vierten (angefangen im März 1782, geendet im Junius 1784), den fünften (angefangen im Juar lius 1784, geendet im Mai 1786), den sechsten und letzten (angefangen im Mai 1786, geendet den 27sten Junius 1737. Nach Vollendung dieses grossen Werkes begab er sich nach England, um die letzten Bände desselben selbst dem Drucke zu übergeben. Dieser begann den 15ten August 1787,. und ward im April 1788 beendigt. Die Bekanntmachung selbst wurde bis auf den Sten Mai, seinen Geburtstag, verschoben, und durch ein frohes Mahl bei seinem Verleger Cadell gefeiert. Der Titel des ganzen Werks ist: History of the decline and fall of the Roman Empire, 6 Vols. 4. London 1775 1788, nachmals öfters in England, auch in Basel, 1787 in 8. in 13. Vols. gedruckt, (in das Deutsche übersetzt von F. A. W. Wenk und Schreiter, Theil 1 Leipzig 1779 91. in 8., in 15 Bänden, Wien 1788 92, abgekürzt von G. K. T. Seidel, Berlin 1790 8.). So war empor. 1798 wurde er, nachdem er Alters halber seine merkantilischen Geschäffte seinem Sohne abgetreten hatte, Aldermen des Viertels Walbrook in London, und starb 1802 in Desember.

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die Englische historische Literatur mit einem Werke bereichert, welches ewig als eine Zierde derselben genannt werden wird. Eine nähere Würdigung dieses Buchs gehört nicht hieher ; wir begnügen uns folgendes Urtheil aus Wiggers vermische ten Aufsätzen, welches uns ungemein passend zu seyn dünkt, unsern Lesern mitzutheilen: Sollte Gibbon, heisst es daselbst, auch als Geschichtschreiber unter Humr.e und Roberto son stehen, so ist er doch gewiss einer von Britanniens ersten Schriftstellern. Denn, wie wenige giebt es, welche so viel Gelehrsamkeit mit so vieler Urtheilskraft vereinigen, eine selche Menge philologischer Kenntnisse, mit einer solchen Tiefe in den Wissenschaften, welche auf das Glück der Staaten unmittelbaren und wichtigen Einfluss haben. In Absicht des Styls steht er Hume und Robertson nach. Tacitu s ist sein Muster, aber es fehlt ihm, wie diesem, oft an Klarheit und Leichtigkeit. Überhaupt hat sein Styl, der gemeiniglich da, wo er räsonnirt, zu metaphysisch, wo er beschreibt, zu blühend, und wo er erzählt, zu kostbar ist, einen Hang zur Neologie. Der Verfasser wird von seinem Triebe, überall wohlredend zu seyn, oft verleitet, auch da Verzierung anzubringen, wo ohne Zweifel nur Simplicität Statt finden sollte.

wird in dieser Rücksicht oft dem Ammian ähnlich.Gibbon kehrte nach Vollendung des Drucks nach seinem geliebten Aufenthalt bei Lausanne zurück, wo er bis zum Ausbruch der Französischen Revolution, die schon damals auch auf die Schweiz ihren Einfluss zeigte, in ungestörter philosophischer Ruhe lebte. Im Jahre 1793 that er abermals eine Reise nach England. Er starb den 16ten Januar 1794 -zu London in seiner Wohnung in St. James Street an einem heftigen Anfall von Magengicht, von welcher er seit einigen Jahren zuweilen sehr plötzlich überfallen wurde. Er selbst glaubte seinen Tod nicht so nahe, und unterhielt sich noch den letzten

Abend mit einem seiner vertrauten Freunde über den Tod und die Fortdauer nach dem Tode, und bestimmte die wahrscheinliche Dauer seines Lebens noch auf 13 bis 14 Jahre: Er hinterliefs keine nahen Erben. Seine ansehnliche und auserlesene Biblinthek fiel einem jungen Schweizer, Namens Bury,

den et zärtlich liebte, und den er auch mit sich nach England genommen hatte, als er 1793 der Kriegesunruhen wegen seinen vieljährigen Aufenthalt in Lausanne verliefs. Wir tragen hier noch einige minder erhebliche literarische Notizen nach: Gibbon's berühmtes Werk wurde in vielen

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Schriften angegriffen. Wegen einer Parteilichkeit gegen die christliche Religion, deren er beschuldigt ward, vertheidigte er sich selbst in seiner Vindication of some passages in the fifteenth and sixteenth Chapter of the History of the decline etc. 1779. Der Prediger Whitaker gab 1792 ein Review of Mr. Gibbon's history heraus, ein äusserst mühsames Werk, worin er Blatt für Blatt jeden scheinbaren Verstofs Gibbon's aufzudecken, und vorzüglich die Sache der Religion in Schutz zu nehmen sucht. Ob Gibbon noch auf die letztere Schrift I geantwortet habe, ist uns unbekannt. Die Hauptquelle für

die Geschichte seines Lebens ist seine Autobiographie, welche unter dem Titel erschienen ist: Miscellaneons Works of Edward Gibbon, Esq. with Memoirs of his Life and writings, composed by himself, illustrated from his Letters with occasional notes etc., by John Lord Sheffield , . London 1776, 2 Vols. 4.; übersetzt unter dem doppelten Titel: Eduard Gibbon's Esq. Leben von ihm selbst beschrieben, und E.Gibbon's vermischte Werke, ein literarischer Nachlafs; erster Band, welcher Gibbon's Leben enthält, Leipzig 1797. Eine andere Übersetzung erschien Braunschweig, ister und 2ter Band 1796

1797. Von beiden Übersetzungen, so wie vom Original, findet man eine gründliche Beurtheilung, nebst einem gedrängten Auszuge, der Hauptquelle gegenwärtiger biographischen Skizze, in der neuen allgemeinen Deutschen Bibliothek, Band 37,

Stück 1, Seite 3. Eine zweite Ausgabe der Urschrift erschien London 1814, 6 Vols. 8. Zur Charakteristik Gibbon's führen wir hier noch folgende Schilderung dieses berühmten Geschichtschreibers aus Matthison's Briefen, Zürich 1795, an. Ich war (heisst es daselbst in einem aus Lausanne den uiten Oktober 1789 geschriebenen Briefe) gestern bei G i bbon. Sein Äusseres hat viel Auffallendes. · Er ist gross, und von starkem Gliederbau, dabei etwas unbehülflich in seinen Be... wegungen. Sein Gesicht ist eine der sogenannten physiognomischen Erscheinungen, wegen des unrichtigen Verhältnisses der einzelnen Theile zum Ganzen. Die Augen sind so klein, dass sie mit der hohen und prächtig gewölbten Stirn den härtesten Kontrast machen. Die etwas stumpfe Nase verschwindet fast zwischen den stark hervorspringenden Backen, und' die weit herabhangende Unterkehle macht das an sich schon sehr längliche Oval des Gesichts noch frappanter. Ungeachtet dieser Unregelmässigkeit hat Gibbon's Physiognomie einen ausserordentlichen Ausdruck von Würde, und kündigt beim ersten

Blicke den tiefen und scharfsinnigen Denker an. Nichts geht über das geistvolle Feuer seiner Augen. Gibbon hat ganz den Ton und die Manieren eines abgeschliffenen Weltmannes; ist kalthöflich, spricht das Französische mit Eleganz, und hat (ein Phänomen bei einem Engländer) fast die Aussprache eines Pariser Gelehrten. Er hört sich mit Wohlgefallen, und redet langsam, weil er jede Phrase sorgfältig zu prüfen scheint, ehe er sie ausspricht. Mit immer gleicher Miene unterhält er sich von angenehmen und unangenehmen Dingen, von frohen und tragischen Begebenheiten, und sein Gesicht verzog sich, so lange wir beisammen waren, ungeachtet er veranlasst wurde, eine drollige Geschichte zu erzählen, nicht ein einziges Mal zum Lächeln. In seinem Hause herrscht die strengste Pünktlichkeit und Ordnung. Seine Leute müssen die Geschäffte beinah zur bestimmten Minute verrichten, oder sie laufen Gefahr, verabschiedet zu werden. Er giebt ihnen aber auch selbst das Beispiel. Sein Tag ist eingetheilt, wie der Tag des Angelsächsischen Königs Alfred. Mit dem Glockenschlage geht er an die Arbeit, zu Tische, und in Gesellschaft, und bleibt in keiner von ihm abhangenden Lebenslage eine Minute länger, als die festgesetzte Tagesordnung es gestattet. Ein Friseur wurde verabschiedet, weil er einige Minuten nach sieben Uhr kam. Sein Nachfolger stellte sich;; um mehrerer Sicherheit Willen, etwas früher ein, und hatte gleiches Schicksal. Nur der dritte, der mit dem Glockenschlage in die Hausthür trat, wurde beibehalten. In den Ruinen des Kapitols fasste er die erste Idee zu seinem unsterblichen Werke. Mit der Englischen, Französischen, Spanischen und Italiänischen Literatur ist er bekannt, mit der Deutschen nicht.

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THE STATE OF GERMANY TILL THE INVASION OF THE BARBA

RIANS, IN THE TIME OF THE EMPEROR Decius *). he government and religion of Persia have deserved some. potice from their connexion with the decline and fall of the Roman empire. We shall occasionally mention the Scythian, or Sarmatian tribes, wbich with their arms and horses, their flocks and herds, their wives and families, war:dered over the immense plains, which spread themselves from the Caspian

*) The History of the decline and fall of the Roman Empire, Vol. I. Chap. IX.

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Sea to the Vistula, from the confines of Persia to those of : Germany. But the warlike German, who first resisted, then

invaded, and at length overturned, the western monarchy of Rome, will occupy a much more important place in this biso tory and possess a stronger, and if we may, use the expression, a more domestic claim to our attention, and regard. The most civilized nations of modern Europe issued from the woods of Germany, and in the rude institutions of those barbarians, we may still distinguish the original principles of our present laws and manners. la their primitive state of simplicity and independence, the Germans were surveyed by the discerning eye, and delineated by the masterly pencil of Tacitus, the first of historians, who applied the science of philosophy to the study of facts. In his incomparable treatise, which contains, perhaps, more ideas than words, he has comprehended a description of the German manners, that has formerly exercised the diligence of innumerable antiquarians, and employed the genius and penetration of the philosophic historians of our own time. The subject, however various and important, has already been so frequently, 50 ably, and so successfully discussed, that it is now grown familiar to the reader, and difficult to the writer.' We shall therefore content ourselves with observing, and indeed with repeating, some of the most important circumstances of climate, of manners, and of institution, which rendered the wild barbarians of Germany such formidable enemies to the Roman power:

Extent of Germany. Ancient Germany, excluding from its independent limits the province westward of the Rhine, which had submitted to the Roman yoke, extended itself over a third part of Europe.

Almost the whole of modern Germany, Denmark, Norway, Sweden, Finland, Livonia, Prussia, and the greater part of Poland, were peopled by the various tribes of one great nation, whose complexion, manners, and language denoted a common origin, and preserved a striking resemblance. On the west, ancient Germany was divided by the Rhine from the Gallic, and on the south, by the Danube, from the Illyrian provinces of the empire. A ridge of bills rising from the Danube, and called the Carpathian Mountains, covered Germany on the side of Dacia or Hungary. The eastern

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